Ent-Kreativieren - Hilfe, in meinem Kopf herrscht Buchstabensuppe!
Fragst du dich nun auch: "What? Was für ein Ding?"
🤯 Heute geht es um das, was passiert, wenn man zu viel schreibt – und warum bewusste Pausen bei kreativer Überforderung genauso wichtig sind wie das Schreiben selbst. 🤯
☝️ Das Gegenteil der Schreibroutine
Wer sich noch in der Phase „Wie schreibe ich ein Buch“ befindet, wird vermutlich auf das große Thema Schreibroutine stoßen.
Kurzum gesagt: Wer ein Buchprojekt fertig stellen wird, dem wird geraten, eine Schreibroutine aufzubauen.
Abgesehen davon, dass dann das Ziel in greifbarerer Nähe rückt, verbessert man so sein Schreiben, aber auch die Kreativität.
✏️ Zuerst die Routine 📚
Was die ganzen Artikel zu Schreibroutinen betrifft – ich stimme voll und ganz zu. Eine Schreibroutine am Anfang aufzubauen ist notwendig und führt dich eher zum Ziel, als wenn du den künstlerisch geplagten Autor gibst á la
„Ich kann nur schreiben, wenn die Muse mich küsst!“
Dann wirst du vermutlich lange warten. So dachte ich früher und ich wartete ewig, teilweise sogar jahrelang. Kreativität ist nicht (unbedingt) etwas „gottgegebenes“, es ist eine Fähigkeit, die man trainieren kann.
So und jetzt zum eigentlich Thema:
🚫 Das Ent-Kreativieren. 🚫
Nachdem ich mir eine Schreibroutine aufgebaut hatte und wöchentlich mindestens 3x schrieb, kam ich irgendwann an einen Punkt, wo ich das Gefühl hatte, mein Kopf platzte aus allen Nähten.
Worte über Worte durchströmten mein Gehirn, die Konzentration ließ gewaltig nach und ich fühlte mich überschwemmt mit Show don’t tell, Alliterationen, Metaphern und Dialogen. In meinem Kopf herrschte die reine Buchstabensuppe.
Ich hatte eine kreative Reizüberflutung …
Schreibpause ist kein Rückschritt – es ist wie Schlaf im Kopf!
Zuerst verstand ich gar nicht, was los war. Ich wollte schreiben – unbedingt – aber es fiel mir plötzlich viel schwerer.
Dabei war es einfacher als einfach: Das Schreiben wurde zu viel.
⚡ Ich war schlichtweg überarbeitet und brauchte dringend eine Pause. Selbst die Tastatur rauchte schon. 💨
Was daran so verwirrend war: Ich bin aufgewachsen in dem Glauben, dass man nur eine Pause braucht, wenn die Arbeit anstrengend ist und keinen Spaß macht.
Wenn man seine Berufung ergreift und aus tiefstem Herzen arbeitet, braucht man auch keine Pause. Totaler Bullshit.
😪 Wer schreibt braucht Leerlauf – sonst läuft gar nix
Der Körper möchte Energie tanken, damit der Motor wieder besser läuft.
Ich hielt mich an dem Fall wie bei einem „normalen Arbeitgeber“ und nahm mir zwei Tage am Stück frei.
📝 Tätigkeiten für schreibfreie Phasen
Am Anfang war das richtig schwer.
Am ersten Tag wollte ich einfach automatisch wieder schreiben und musste mich echt selbst daran hindern.
Ich kam tatsächlich ins straucheln und fragte mich: „Was zur Hölle soll ich jetzt überhaupt machen? Habe ich überhaupt noch andere Hobbys?“ 🤔
Ich musste mir eine Liste erstellen, weil ich sonst vor Langeweile umgekommen wäre.
Der Vormittag des zweiten Tages verlief noch genauso, aber als der Tag sich zum Ende neigte – da fühlte ich mich plötzlich anders.
Viel ruhiger. ☕️
Dass ich nicht mehr schrieb war kein Problem mehr. Mein Körper hatte die Pause dankbar angenommen und am nächsten Tag begann ich wieder zu schreiben.
Mir fiel auf, dass ich dabei dringend Sachen machen musste, die 0 mit Kreativität zu tun haben. Was eignet sich da am besten?
- Monotone stumpfe Tätigkeiten
- Lange aufgeschobene Aufgaben
Dafür eignen sich hervorragend:
- 🎨 Ausmalen
- 🧹 Putzen/Waschen
- 🧺 Etwas sortieren/ausmisten
- 🧘♀️ meditieren/Yoga (ist ja eigentlich ein Allroundmittel bei allem)
- 🥾 Aus dem Haus gehen und etwas unternehmen. Sei es nur Einkaufen oder nervige Behördengänge.
- 🍰 Backen/Kochen
Schreibpause sinnvoll nutzen
Wichtig ist zu beachten: Es sollte eine (monotone) Tätigkeit sein, bei der du keine große Konzentration aufbringen musst. 🤔
Es gibt Leute, die werden beim Backen richtig kreativ und beginnen ihre gesamte Energie darin zu versenken – das wäre dann wohl eher nicht das richtige. 🍰
Mit Ausmisten, putzen usw. meine ich übrigens nicht, dass du ein Großprojekt starten sollst, sondern nimm dir eine kleine Ecke in der Wohnung und befasse dich nur damit.
Eine Sache bei der du weißt, dass es in wenigen Stunden schon erledigt ist. 🧺
Und an alle, die Angst haben, dadurch ihre Schreibroutine zu verlieren:
Wenn du sie dir bereits aufgebaut hast, hat sich dein Kopf das längst gemerkt und wird wieder von selbst mit dem Schreiben anfangen wollen. ☝️
Wenn dir die Schreibroutine noch fehlt, solltest du selbst entscheiden ob du wirklich freie Tage brauchst oder das erst machst, wenn du sicher im Sattel beim Schreiben bist.
Zwischen Muse und Müdigkeit 🤷♀️
Ach und merke – es ist vollkommen egal, ob ein Mensch sehr viele, wenige oder auch gar keine Pausen braucht (Ja, das gibt es auch, meiner Erfahrung nach aber eher eine Ausnahme).
Die Länge deiner Pausen/deines Urlaubs/deiner Regeration ist KEINE Aussage darüber, wie stark oder gut du als Autor bist!
Sich darüber aufzuregen oder gar zu mokieren wäre ungefähr so, als würde sich jemand darüber aufregen, dass seine Lieblingsfarbe blau ist. Vollkommen sinnlos. 🤷♀️
Es ist wie es ist!
🏖️ Sonderpunkt: Urlaub vom Schreiben 🌴
Mir fiel irgendwann auf, dass ich eigentlich gar keinen richtigen Urlaub mehr machte. Ich hatte in sechs Monaten einmal am Stück 6 Tage nicht geschrieben und das nur, weil ich krank gewesen war.
Da ich beim Nanowrimo (ein alljährlicher Schreibwettbewerb📝) mitmachen wollte, kam ich auf die Idee 12 Tage Urlaub vor dem 1. November zu machen. Sodass ich sozusagen Kraft sammelte und richtig geil aufs Schreiben wurde.
Im Prinzip scharrte ich Ende Oktober mit den Hufen und hatte mich in der Zeit so gut ausgeruht, dass ich in der ersten Novemberwoche fast schon 50.000 Wörter erreicht hatte.
Wenn man seine feste Schreibroutine hat, ist es echt schwierig einen Urlaub zu machen.
Natürlich ist das was anderes, wenn man tatsächlich irgendwohin fliegt und mit schwimmen, essen und Party machen beschäftigt ist. ✈️
Da ich damals erst Mutter geworden war, konnten wir aus nervlichen und finanziellen Gründen mit unserem Kind nicht machen, also blieb ich zu Hause.
Ein paar Tage ging das gut, dann wurde es wieder schwierig, nicht zu schreiben. Es gilt das gleiche Prinzip wie bei den freien Tagen und mir fiel dann zum ersten Mal ein, dass ich ja mal eine Serie wieder anfangen könnte! 🖥️
Für viele vermutlich selbstverständlich, aber seitdem >Netflixen< Mainstream geworden ist, mag ich es nicht mehr so.
Ich konnte Freunde treffen, die weiter weg wohnten. Und weil die Kreativität in mir unbedingt fließend wollte, griff ich in meinen Urlauben zuhause stattdessen andere Hobbys auf.
🧶Wie zum Beispiel stricken und zeichnen lernen. Klavier spielen und singen.
P.S.(Ich konnte zu dem Zeitpunkt bereits Klavier spielen und habe das Hobby nur vertieft. Also bitte nicht denken, ich sei so ein Übermensch, der in weniger als 2 Wochen einfach mal Klavier lernt) 🎹
☕️Bewusste Schreibpausen nach Bedarf☕️
Wichtig ist zu sagen: Ich plane den Urlaub und die freien Tage nur so ungefähr. Ich nehme die freien Tage sozusagen nach „Bedarf.“
Manchmal kann ich sechs Tage am Stück durchschreiben, manchmal sind es nur zwei – und dann kommt die Buchstabensuppe zurück.
Sobald dies geschieht, meine Konzentration zurückgeht und es anfühlt, als würde sich ein Nebel in meinem Kopf bilden, weiß ich: Alles klar, du brauchst eine große Pause.
Manchmal halte ich mich dabei sogar an den Periodenkalender. Wenn ich weiß an Tag X wird höchstwahrscheinlich der rote Besuch eintreten, plane ich bereits frei zu machen. Denn an den ersten zwei Tagen der Periode bin ich meistens sowieso platt.📅
Oder wenn ich einen vollen Terminplaner außer Haus habe, nehme ich das schon als „Schreibfrei“.
Beim Urlaub versuche ich mich an das zu halten, wie es der durchschnitts Arbeitnehmer macht: 4 Wochen Urlaub verteilt auf das Jahr.📅
Feiertags- und Brückentage bin ich meistens eh mit Kinderhüten und/oder Vorbereitungen verplant.

Fazit?
✅Hör auf deinen Kopf. Ist er vernebelt? Fehlt die Konzentration? Gönn dir zwei schreibfreie Tage! ☝️☕️
✅Der letzte Urlaub ist Monate her? Dann nimm dir lieber bewusst eine schreibfreie Woche und wähle Tätigkeiten aus, für die du sonst keine Zeit hast 🏖️
Und denk daran: Deine Kreativität – deine Regeln!
✨Alles liebe Cassidy ✨
